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       DANIEL RÖHM

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Bereits vor einem Jahr, nämlich  im Juli 2003 stand fest, dass Daniel Röhm aus Böblingen zu einem Konzert der Serie „Appuntamento con il pianoforte“ nach Elba kommen würde. Am Samstag, den 10. Juli 2004 war es soweit und wir erlebten einen „großen Jungen“ mit erstaunlich viel musikalischem Gefühl

Daniel Röhm - beeindruckend auf jeder Ebene

„Das wäre ein Pianist für eure Konzertserie“ meinte Tobias Stork, als er seinen Kollegen bei einem Konzert in München gehört hatte. Daniel Röhms Schubert-Sonate hatte ihn beeindruckt und das kommt zwischen Pianistenkollegen nicht so oft vor. Tobias erklärte sich  bereit, den ersten Kontakt zu schaffen und hat  Daniel, aus echter Überzeugung wie er sagte, die Insel Elba und unsere musikalische Initiative in den leuchtendsten Farben geschildert, so dass Danile Röhm ohne Zögern sein Einverständnis zu einem Konzert-Termin gab. Im Sommer solle er allerdings sein, damit der nicht so sonnenverwöhnte Mitteleuropäer auch in den Genuss der Annehmlichkeiten der Insel käme.

Aus dem regenverhangenem kalten Stuttgart kam Daniel mit Freund Christoph per Flugzeug  am Donnerstag, den 8. Juli 2004  im sonnigen Pisa an. Mit Zug, Taxi und Fähre und ein paar kleinen Aufregungen (man ist eine Station zu früh aus dem Zug gestiegen) schafften es die beiden dann doch in angemessener Zeit nach Portoferraio, wo  Enrico sie in Empfang nahm.

Große Freude! Zwar schon 30 Jahre alt, scheint Daniel dem Temperament nach wie ein großer Junge zu sein, der sich lautstark und überschwänglich freuen kann und seiner Begeisterung freien Lauf lässt. Die südliche Atmosphäre, das Meer, die Palmen, das Klima, unser Haus…. all dieses brachte Daniel ins Schwärmen und Schwelgen. Das Wetter meinte es gut und der gelungene Einstand mit schönem Essen im Strand-Restaurant und intensivem Baden konnte besser nicht sein.

Am Konzerttag jedoch konzentrierte man sich gemeinsam auf das Gelingen eines anspruchsvollen Konzertabends. Während in der Wintersaison der Flügel im Haus postiert ist, wird er im Sommer in den Wintergarten transportiert und von drei Seiten (teilweise im Garten teilweise im Haus sitzend) verfolgen unsere Gäste das Konzert. Die Akustik im Wintergarten ist nicht so einfach und nach vielen verschiedenen Versuchen bat Daniel, mit geschlossenem Klavierdeckel spielen zu dürfen. Er könne sonst kein wirkliches „piano“ spielen. Das ist uns in der Tat noch nie passiert, dass ein Pianist nach einem geschlossenen Deckel fragt . Wir konnten ihm jedoch durchaus folgen und waren selbstverständlich sofort bereit, uns seinem Wunsche zu fügen. Letztendlich verlangten auch die Stücke nach dieser Maßnahme und so wurden wir trotz der schwierigen Umstände mit einem schönen Ton beschenkt, bei dem es keine Knaller gab und wo nichts schepperte.

Franz Schubert                 Sonata D 959
F. Schubert / F. Liszt      „Der Müller und der Bach“

Franz Liszt                        Polonaise Nr. 2
                                         h-Moll Sonate

Eine kleine Geschichte am Rande: Als Matteo Fossi einige Tage vor dem Konzert das Programmheft in Händen hielt und neugierig nach den Stücken schaute, sagte er einfach nur „terribile“. Das bedeutet wörtlich übersetzt …schrecklich. Etwas bestürzt ob dieser Aussage, blickte ich wohl ziemlich erschrocken, wenn nicht gar leicht entsetzt. Matteo erfasste schnell die Situation und mein offensichtliches Missverständnis. Er meine doch nur, das Programm sei „schrecklich schwierig“, tröstete er mich sogleich und gab zu verstehen, dass Daniel ein toller Pianist sein müsse, wenn er an einem Konzertabend zwei so große Stücke der Musikliteratur spielen kann.

In der Tat, Daniel hat nicht nur die Schubert-Sonate und die große Liszt-Sonate „bewältigt“, nein - er hat sie ausdrucksvoll und voller Emotionen dargeboten. Vom zartesten pianissimo, bei dem seine Finger wie Katzenpfoten über die Tastatur schlichen, bis zum brachialen Gewitterdonner, bei dem ich manchmal etwas ängstlich um das Fortbestehen des Flügels fürchtete, bot Daniel uns Zuhörern alle Nuancen der Ausdrucksmöglichkeiten an. Während sich die Dämmerung und die Nacht über die Bucht von Procchio legte, während eine kühle Abendbrise die Hitze des Tages verschwinden ließ, stellte sich Freude in den Herzen der Musikliebhaber ein. Man gab sich schwelgerisch der Musik Schuberts hin und dem Mysterium der Listz-Sonate und war, je nach persönlicher Disposition und entsprechender Empfindung, einfach nur dankbar. Für die nicht so versierten Klassik-Kenner war es immerhin eine interessante Erfahrung.

Drei Zugaben aus Schuberts Impromptus op. 90 rundeten den wundervollen Klavierabend ab. Gastgeber, Pianist und Freunde ließen den Konzertabend noch genießerisch ausklingen und erst beim Erscheinen einer zarten Morgenröte hoben wir die Tafel auf.
Hanni Neubeck

  

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