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1. Abend des "Tschaikowsky-Projekts" am 14. Juni 2008


Klavier:           Aglaya Sintschenko
Moderation:    Rolf Basten, Musikwissenschaftler 

Programm:

           Pjotr Tschajkowsky (1840-1893)
1)        Aus 18 Stücke op.72 (1893)
2)      „Dumka“  c-Moll op.59
3)      „Die Jahreszeiten“ 12 Charakterstücke, op.37a
                     Januar   -       Am Kamin
                            Februar  -    Karneval
                            März   -    Lied der Lerche
                            April   -     Schneeglöckchen
                            Mai   -     Helle Nächte
                            Juni    -    Barkarole
                            Juli   -      Lied der Schnitter
                            August   -    Die Ernte
                            September   -     Jagdlied
                            Oktober   -     Herbstlied
                            November   -    Troika-Fahrt
                            Dezember   -    Weihnachten

Unser Anliegen ist, im kleinen  Rahmen musikalische Projekte anzubieten, welche man SO  in den großen Konzertsälen nicht findet. Mit diesem Hintergrund ist die Idee des „Tschaikowsky-Projekts“ entstanden, welches über mehrere Abende gehen soll.

Die Idee schwebte schon lange Zeit im Raum. Der Verwirklichung stand vor allen Dingen eines im Wege .... es fand sich kein Pianist/in, welche Werke des Komponisten in einer größeren Anzahl aufführen konnte. Doch dann war uns das Glück hold, als wir Aglaya Sintschenko kennen lernten. In St. Petersburg, dem damaligen Leningrad geboren, besuchte sie 11 Jahre lang die Spezielle Musikschule am Konservatorium in St. Petersburg. Dort erlangte sie eine hervorragende Ausbildung in der Tradition der berühmten russischen Klavierschule und der Klavierliteratur russischer Komponisten. Somit lag der Realisierung der Idee nichts mehr im Wege.

Der Schwerpunkt des ersten Abends lag auf der Musik. Vor dem musikalischen Teil gab es eine Einführung in das Leben und Werk des Komponisten Peter Tschaikowsky. Die Frage wurde gestellt .....warum gerade Peter Tschaikowky?
Er hat keinen Jahrestag, kein 100-jähriges Todesjahr oder ähnliches. Man hätte vielleicht auch Shostakovich oder Rachmaninov nehmen können, aber ….. es ist eben  Peter Iljitsch Tschaikowsky geworden.

Der Musikwissenschaftler Rolf Basten übernahm die Aufgabe, uns in Leben und Werk des Komponisten einzuführen, was ihm genial gelang. Wer Rolf Basten kennt, kann nur bewundernd sagen.... dieser Mann weiß sehr viel, ja man könnte fast sagen ..... er weiß fast ZUVIEL! Er könnte ohne Probleme und bestimmt mit Begeisterung eine Stunde und mehr über Tschaikowsky erzählen, aber………am ersten Abend stand die Musik im Mittelpunkt. Somit mussten wir uns vom spannenden Vortrag lösen und glitten hinüber in die Welt der Musik. Aglaya Sintschenko  verzauberte uns und wir tauchten in die musikalische Welt des russischen Komponisten ein. Atmosphärisch dicht und sehr stimmungsvoll gestaltete Aglaya den Abend zusätzlich dadurch, dass sie uns bei dem Stück "Die Jahreszeiten" die Vorbemerkungen zu den Monaten teils in deutscher, teils in russischer Sprache las.

Peter Iljitsch Tschaikowsky (geb.
25. April 1840)  gilt als einer der  bekanntesten und bedeutendsten russischen Komponist des 19. Jahrhunderts.
Jedoch …… Tschaikowsky polarisiert. Manche „Kenner und Musikwissenschaftler“ werfen Tschaikowsky – vor allem in Deutschland - Sentimentalität und Trivialität vor. Anderseits werden seine Kompositionen auch mit „Innigkeit, Zartheit und leidenschaftlichem Ungestüm“ beschrieben. Überhaupt gehörte die Vokabel „Gefühl“ zu den zentralen Begriffen seiner Ästhetik. Immer wieder machte Tschaikowsky klar, dass er Musik nur dann schreiben könne, wenn sein Herz bewegt und seine Fantasie angeregt war. Musik als „leeres Spiel mit Tönen“  war ihm ein Unding. Die Frage, ob eine Komposition von einem echten Gefühl beseelt sei, machte er zum Kriterium seiner Wertästhetik.

Tschaikowskys Seelenleben unterlag erheblichen Schwankungen und die Arbeit war seine Retterin und so hinterließ er letztendlich ein umfangreiches Werk. Es umfasst beinahe ALLE Gattungen ….. Opern- und Ballettmusik, Orchesterwerke, Konzerte, Kammermusik, Klaviermusik, geistliche Musik, Lieder und Gesänge.  Seine Passion galt aber zuerst der Oper. Er hat zehn Opernwerke geschrieben – von denen sich jedoch durch zwei international durchsetzen konnten  ……Eugen Onegin und Pique Dame. Tschaikowsky liebte beispielsweise Mozart und Bizet. Er verehrte den Komponisten Schumann. Für die Musikdramatik Richard Wagners hatte er dagegen kein Verständnis. Tschaikowskys Weltruhm gründet sich nicht zuletzt auf seiner Ballettmusik. Es entstanden Meisterwerke der internationalen Ballettgeschichte, als Marius Petipa – der geniale russische Choreograph – sich dieser Ballettmusik annahm.  Das Verzeichnis der Orchesterwerke Tschaikowskys  ist lang. Es umfasst sechs Symphonien – wobei in den heutigen Konzerten nur noch die drei letzten zu hören sind. Die sechste Symphonie, auch „Pathetique“ genannt, ist dabei die berühmteste. Vier Suiten und sieben sujetgebundenen Werke, zumeist als Fantasien bezeichnet und andere Werke großer Zahl.

Zwischen 1874 und 1880 komponierte er unter anderem seine ersten beiden Klavierkonzerte – zwei weitere folgten später - und sein Violinkonzert, die Serenade melancolique für Violine und Orchester, die Variationen über ein Rokoko-Thema für Cello und Orchester. Sein erstes Klavierkonzert in b-Moll entstand 1874/1875, welches er seinem Freund Nikolaj Rubinstein widmete. Der fand ziemlich viel daran auszusetzen und meinte, Tschaikowsky müsste noch einiges überarbeiten und ändern. Tschaikowsky nahm die Partitur wortlos an sich und das einzige was er änderte war die Widmung. Nachdem Hans von Bülow das Erste Klavierkonzert im fernen Boston 1876 aufgeführt hatte, trat es seinen Siegeszug durch die größten Musikmetropolen der Welt an.

 


"Rund um das Klavier"
organisieren wir Konzerte, um jungen Musikern und Studenten die Möglichkeit für kleine Konzertauftritte zu geben. Den Schülern des Klavierspiels wird ein Forum gegeben, um ihre Fortschritte zu zeigen und bei den Förderkonzerten möchten wir viele neue Freunde und Förderer für unsere Initiative gewinnen.

Musik hautnah erleben, den Pianisten in die Noten schauen, seinen Atem hören und den Schweiß von der Stirne herunter laufen sehen..... das ist für den Musikliebhaber das Besondere an unseren
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